Canyoning: Der ultimative Guide zum Schluchtenwandern

Die Outdoor-Aktivität Canyoning hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Trendsportart entwickelt.  Egal ob mit der Familie, in der Freundesgruppe oder bei einem unvergesslichen Junggesellenabschied, Canyoning ist der perfekte Mix aus sportlicher Herausforderung und Spaß in der unberührten Natur. Beim Canyoning werden actionreiche Schluchten und Klammen durchquert, dabei wird gewandert, geklettert, abgeseilt, gesprungen und geschwommen. Während einer Canyoning Tour stößt man auf beeindruckende Wasserfälle, springt in erfrischende Wasserbecken und seilt sich zusammen mit seiner Gruppe an steilen Felswänden ab.

Das Experten-Team von CheckYeti hat für dich alles Wissenswerte über das Canyoning zusammengefasst und beantwortet dir die häufigsten Fragen rund um den trendigen Outdoor-Sport.

Was ist Canyoning?

Ein Mann seilt sich beim Canyoning an einem Wasserfall in einer Schlucht ab.
Canyoning ist eine Mischung aus Klettern, Schwimmen, Springen & Abseilen

Canyoning leitet sich vom englischen Begriff “canyon” ab, der im Deutschen so viel wie “Schlucht” bedeutet. Beim Canyoning, folglich auch Schluchtenwandern genannt, begeht man Schluchten und Klammen talabwärts, wobei man diverse sportliche Techniken wie Wandern, Klettern, Abseilen, Springen, Rutschen, Schwimmen und Tauchen kombiniert. So wird an Wasserfällen und Schluchtwänden geklettert, sich abgeseilt oder hinuntergerutscht, an flachen Passagen gewandert und in Wasserbecken gesprungen, geschwommen und getaucht. Daher kann das Canyoning als eine Mischung aus Berg- und Wassersport gesehen werden.

Der Outdoor-Sport Canyoning hat in den letzten Jahrzehnten neben anderen Wildwasser-Aktivitäten wie dem Rafting und dem Canoeing stark an Beliebtheit gewonnen. Touristische Anfänge fand diese Erlebnissportart ungefähr gegen Ende der 90er Jahre in Spanien und Frankreich. Von dort aus etablierte sich das Canyoning auch im Alpenraum, aus dem es heute als abenteuerliche Freizeitaktivität nicht mehr wegzudenken ist.

Canyoning wird heutzutage hauptsächlich in von Berg- oder Schluchtenführern geleiteten Touren betrieben. Auch wenn sich fortgeschrittene Sportler genauso alleine durch die Schluchten wagen, gilt Canyoning allgemein eher als Gruppen-Aktivität, die einiges an Teamgeist abverlangt. Besonders beim Klettern, Abseilen und Sichern ist Zusammenarbeit mit den Tour-Kollegen gefragt.

Wo ist Canyoning möglich?

Canyoning wird, wie die englische Bezeichnung bereits verrät, in Schluchten und Klammen betrieben. Diese befinden sich meist in gebirgigen Regionen und sind enge, steile und tiefe Einschnitte im Gestein, durch die in den meisten Fällen ein Wildbach fließt. Canyons entstehen im Laufe der Zeit durch das Strömen von natürlichem Fließgewässer, das sich einen Weg durch das Gestein bahnt. Heute finden wir dadurch Bäche mit Wasserfällen und -becken vor, die durch Steilhänge und schroffe Felswände abgegrenzt sind. Diese natürlichen Hindernisse von bis zu 50 m Höhe gilt es beim Canyoning sportlich zu überwinden.

Aufgrund der unterschiedlichen natürlichen Gegebenheiten des Geländes, der Länge der Schlucht bzw. der Aufenthaltsdauer in dieser und des variierenden Wasserstandes ergeben sich beim Canyoning verschiedene Schwierigkeitsgrade. Diese sind allerdings nicht international oder regionenübergreifend einheitlich gehalten, sondern können je nach geografischer Lage leicht abweichen. Der Schwierigkeitsgrad richtet sich im Allgemeinen nach folgenden 3 Faktoren: Kletterschwierigkeit, Wasserverhältnisse und Abseilstellen. In Kombination ergeben diese eine fundierte Bewertung des Canyons und die Ermittlung des Schwierigkeitsgrades. Diese beiden Einstufungen bestimmen wiederum das erforderliche Erfahrungslevel eines Canyoning Tour Teilnehmers.

Bei einfachen Canyoning Touren erwarten einen lediglich leichte Kletterstellen, keine bis ruhige Gewässer-Strömungen und Abseilpassagen von max. etwa 15 m. Bei mittelschwer eingestuften Schluchtenwanderungen sind Kletterstellen mit Seilsicherung zu bewältigen sowie längere Schwimmstellen und Sprünge bis zu ca. 12 m zu absolvieren. Zudem werden bei Touren von mittlerem Schwierigkeitsgrad bereits grundlegende Kletterkenntnisse vorausgesetzt. Schwere Canyoning Routen sind lediglich für erfahrene Canyoning Sportler geeignet, da hier mit lokalen Wildwasser-Gefahren im Canyon, wie beispielsweise Strudel, zu rechnen ist und sämtliche Kletter- und Abseiltechniken beherrscht werden müssen.

Wann betreibt man Canyoning?

Die Canyoning Saison ist stark von den regionalen Gegebenheiten und den damit verbundenen Witterungsverhältnissen abhängig. Im Alpenraum startet die Saison meist im April oder Mai und endet ungefähr im Oktober. In südlicheren Gebieten wie etwa Spanien kann man bei guten Wetterbedingungen sogar schon im März an einer Canyoning Tour teilnehmen. In den Sommermonaten, in denen der Wasserstand für Gewöhnlich nicht allzu hoch ist und es seltener stürmt, herrschen beste Bedingungen für eine aufregende, actionreiche und vor allem sichere Canyoning Tour durch europäische Schluchten und Klammen.

Grundsätzlich werden Canyoning Touren nur tagsüber und bei geeigneten Wetterverhältnissen unternommen. Bei starken Regenschauern, Unwettern oder starker Schneeschmelze finden keine Schluchtenwanderungen statt, da ein in kürzester Zeit stark ansteigender Wasserspiegel zu hohe Risiken birgt. Canyoning Anbieter beobachten die bestehenden meteorologischen Verhältnisse daher mit großer Sorgfalt.

Wer kann an einer Canyoning Tour teilnehmen?

Kinder nehmen an einer Einsteiger Tour teil.
An einfachen Canyoning Touren können auch Kinder teilnehmen

Canyoning Touren werden sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene angeboten. Das Mindestalter für geführte Canyoning Touren ist vom Schwierigkeitsgrad der Tour abhängig und variiert von Anbieter zu Anbieter. In Ländern wie Österreich und Deutschland bestehen derzeit keine gesetzlichen Regelungen hinsichtlich des Mindestalters von Canyoning Teilnehmern. Einige Canyoning Provider bieten Einsteigerkurse in der Regel bereits ab einem Alter von 6 Jahren an. Grundlegende Voraussetzungen bei jeder Canyoning Tour sind allerdings Schwimmkenntnisse und körperliche Fitness.

Da das Canyoning meist in der Gruppe betrieben wird, ist diese Outdoor-Aktivität sowohl für Familienausflüge als auch für Unternehmungen mit der Freundesgruppe geeignet. Je nach Erfahrungslevel kann man eine Canyoning Tour für Einsteiger, Fortgeschrittene oder Profis wählen. Dabei können Anfänger erste Canyoning Erfahrungen machen, während Teilnehmer mit Klettererfahrung sportliche Herausforderungen in der Schlucht meistern. Auf jeden Fall wird die Canyoning Tour zu einem Sporterlebnis in der unberührten Natur, bei dem Hindernisse mit viel Team-Spirit überwunden werden.

Besonders beliebt ist das Canyoning auch als actionreiches Event bei Jungesellenabschieden. Hierbei können zukünftige Bräute und Bräutigame eine unvergessliche Erfahrung mit ihren Freunden machen, die sie nur noch mehr zusammenschweißt. Im Rahmen einer Canyoning Tour für Junggesellenabschiede wird nach dem Ausstieg aus dem Canyon meist ein BBQ oder ein Umtrunk veranstaltet. So kann man den letzten “unverheirateten Abend” unter Freunden mit einem kalten Getränk und gutem Essen gebührend feiern.

Auch als Teambuilding-Maßnahme hat sich Canyoning in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Zahlreiche Firmen nehmen im Rahmen eines Betriebsausfluges an geführten Canyoning Touren teil, um das Gemeinschaftsgefühl und den Teamgeist zu fördern und gemeinsam ein Abenteuer jenseits des Arbeitsplatzes zu erleben. Auch bei diesen Touren werden gemeinsame BBQs oder erfrischende Umtrünke angeboten.

Welche Voraussetzungen sollte man für das Canyoning erfüllen?

Eine Teilnehmerin einer Canyoning Tour schwimmt in einem Wasserbecken.
Schwimmfähigkeiten sind eine wichtige Voraussetzung für das Canyoning

Bei Einsteiger Touren werden dank einer genauen Einschulung und der Seilsicherung seitens des professionell ausgebildeten Schluchtenführers keinerlei Canyoning Erfahrungen oder Kletter-Vorkenntnisse vorausgesetzt. Das vom jeweiligen Canyoning Anbieter festgelegte Mindestalter variiert je nach Schwierigkeitsgrad der Canyoning Tour zwischen 6 und 16 Jahren.

Neben der Altersbeschränkung sind Schwimmkenntnisse die wichtigste Voraussetzung für das Canyoning. Auf diese wird seitens der Anbieter bei Canyoning Touren besonders geachtet, da das Schwimmen beim Springen in Wasserbecken und Durchqueren tiefer Gumpen unabdingbar ist.

Wichtig ist allerdings auch, dass sich alle Teilnehmer in einer guten gesundheitlichen Verfassung befinden und eine physische Grundfitness aufweisen. Da einem beim Canyoning verschiedene Arten der körperlichen Betätigung abverlangt werden, ist ein gewisses Maß an Kondition und Koordination von Vorteil. Bei schweren Touren für Fortgeschrittene oder Profis setzten Canyoning Anbieter weiteres sportliches Können wie z. B. Klettererfahrung voraus.

Canyoning Anbieter geben häufig auch ein Maximalgewicht für die Teilnahme an einer Tour an. Dieses hängt von technischen und ausrüstungsbezogenen Faktoren ab. Die Gesteinsbeschaffenheit im Canyon und das maximale Belastungsgewicht von Kletterbefestigungen sowie Kletter- und Abseilausrüstungen bedingen mitunter bestimmte Gewichtsbeschränkungen.

Zudem sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von besonderer Bedeutung. Beim Klettern und Wandern an Klippen ist der Gleichgewichtssinn gefordert. Bei Abseilpassagen oder beim Springen in Wassergumpen sollten Teilnehmer auch nicht an Schwindel oder allzu starker Höhenangst leiden, um das actionreiche Abenteuer mit viel Spaß und Freude an der Sache erleben zu können.

Wo sind die besten Canyoning Hotspots?

Die meisten Canyoning Hotspots liegen in Gletscher- oder Gebirgsregionen, in denen sich das Wasser von einer höher gelegenen Quelle einen Weg durch das Gestein und die unberührte Natur sucht. Europa hat dank seiner geologischen Beschaffenheit eine besonders große Palette an Canyoning Hotspots zu bieten. Vor allem die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Slowenien und Kroatien sind beliebte Canyoning Ausflugsziele. Hier werden Canyoning Touren aller Schwierigkeitsgrade angeboten. Der Preis für eine Canyoning Tour variiert je nach Land und Schwierigkeitsgrad der Aktivität und kann sich auf 50 € bis 200 € belaufen.

Canyoning in Deutschland

Ein Teilnehmer einer Canyoning Tour springt in ein Wasserbecken im Allgäu.
Beim Canyoning im Allgäu werden Sprünge in glasklare Wasserbecken absolviert © canyoning erleben

Canyoning in Bayern ist für adrenalinhungrige Sportler die perfekte Outdoor-Aktivität. Im unumstrittenen Canyoning Zentrum Deutschlands warten dutzende Wildwasser-Hotspots: Egal ob beim Canyoning im Allgäu, nahe München, bei Lenggries, Garmisch-Partenkirchen oder in Bad Tölz – hier sind Touren sämtlicher Schwierigkeitsstufen zu finden.

Besondere Highlights beim Canyoning in Deutschland sind die mittelschwere Starzlachklamm im Berchtesgadener Land und die schwierige Almbachklamm im Allgäu. Letztere, unter Canyoning Begeisterten weltbekannte Schlucht, bietet sportliche Herausforderungen wie fortgeschrittene Abseil- und Kletterstellen sowie besonders hohe Sprünge in Wasserbecken. Weitere beliebte Canyoning Ausflugsziele in Deutschland sind der Schwarzwasserbach und die Kobelach.

Canyoning in Österreich

Ein Mann seilt sich beim Canyoning in Österreich an einer Felswand der Auerklamm ab.
Beim Canyoning im Ötztal kann die Auerklamm entdeckt werden © faszinatour

Österreich ist mit seinen zahlreichen Schluchten und Klammen ein waschechter europäischer Canyoning Hotspot. Besonders die Bundesländer Tirol, Salzburg, Kärnten und Steiermark haben sich als Zentren für Canyoning in Österreich etabliert und warten mit abenteuerlichen Touren auf. Unter diesen ist Tirol der unangefochtene Canyoning Hotspot in Österreich. Hier – vor allem im Ötztal und Oberinntal – sind zahlreiche Schluchten und Klammen aller Schwierigkeitsstufen vorzufinden: die Rosengartenschlucht (leicht), die Alpenrosenklamm (mittel) und die Auerklamm (schwer). Die meisten Touren für das Canyoning in Tirol starten in den Städten Sautens, Haiming und Oetz.

Im Land Salzburg sind vor allem an den beiden Flüssen Salzach und Saalach actionreiche Schluchten wie die Almbachklamm und die Seisenbergklamm für das Canyoning in Österreich geeignet. Besonders viele Touren starten beim Canyoning in Salzburg in den beiden Ortschaften Anif und Golling. Von hier aus fährt man in der Gruppe zur Strubklamm, dem Altersbach oder dem Fischbach. Im nahen Saalachtal, das an das deutsche Bundesland Bayern grenzt, werden, wie beispielsweise bei Lofer, vielversprechende Canyoning Touren angeboten. Weiters findet man in den salzburgischen Hohen Tauern eine Vielzahl an sportlichen Canyoning Hotspots wie z. B. rund um Zell am See.

Auch Kärnten und die Steiermark sind für abwechslungsreiches Canyoning in Österreich bekannt: In den Zuflüssen des und in den Klammen rund um den Weißensee im Drautal werden von Greifenburg aus zahlreiche Touren angeboten. Gemeinsam in der Gruppe und mit einem zertifizierten Guide werden hier naturbelassene Wasserläufe und Felswände überwunden. Im steirischen Nationalpark Gesäuse im Ennstal und der Urlaubsregion Schladming-Dachstein können im Rahmen einer geführten Tour glasklare Wassergumpen und steile Wasserfälle bestaunt werden. Die Ausgangspunkte dieser Abenteuer befinden sich in den Orten Palfau an der Salza, Wildalpen, Sölk oder Pruggern.

Canyoning in der Schweiz

Ein Kletterer seilt sich beim Canyoning in Boggera Schlucht ab.
Die charakteristischen Gesteinsformen der Boggera Schlucht bieten ein einzigartiges Naturspektakel beim Canyoning in der Schweiz © Ticino Adventures

Die Schweiz ist auch als Mekka des Canyoning Sports bekannt, da sie unter wahren Könnern und Kennern äußerst beliebt ist. Canyoning Touren rund um Interlaken, das zwischen dem Thunersee und dem Brienzersee gelegen ist, haben sich einen besonderen Namen gemacht: Ein Highlight beim Canyoning in der Schweiz sind die Touren durch die Saxetenschlucht, in der beeindruckende Felswände und Wasserrutschen auf Canyoning Begeisterte warten.

Am Grimselpass am schweizerischen Totensee steigt man über eine beeindruckende Abseilstelle von 50 m in die Schlucht ein und durchwandert Wasserlöcher. Die Chli Schliere gilt beim Canyoning in der Schweiz zudem als absoluter Profi-Tipp, da hier Sprünge von über 10 m absolviert werden und rasante 20 m lange Wasserrutschen auf einen warten.

Auch im Kanton Tessin (Ticino) befinden sich 2 der berühmtesten und wasserreichsten Canyons der Schweiz: die Boggera Schlucht und die Iragna Schlucht. Die Boggera Schlucht ist eine sehr offene und sonnige Schlucht, die vor allem aufgrund ihrer besonderen Felsformen und smaragdgrünen Wasserlöcher beliebt ist. Die Iragna Schlucht hat hingegen dank ihrer tiefen und engen Felsspalten, die für besondere Abseilherausforderungen sorgen, an Bekanntheit erlangt.

Canyoning in Frankreich

Eine Gruppe bei einer Canyoning Tour am Fluss Verdon, Frankreich.
Beim Canyoning in Frankreich findet man rund um den Fluss Verdon türkise Wasserbecken und actionreiche Kletterwände © Yeti Rafting

Den sportlichen Nervenkitzel findet man beim Canyoning in Frankreich vor allem in den Pyrenäen, in Argèles-sur-Mer, rund um den Gebirgsstock Vercors und die Flüsse Verdon und Ardèche. Hier variieren die Schwierigkeitsgrade der Schluchten sehr, wodurch Frankreich ein ideales Ausflugsziel für Canyoning Einsteiger sowie echte Schluchten-Profis ist.

Außerdem ist das Übersee-Département La Réunion im Indischen Ozean ein wahrhaft einzigartiger Ort für eine Canyoning Tour: Inmitten vollkommen naturbelassener Wälder eröffnen sich tiefe Schluchten mit smaragdgrünen Wasserbecken.

Canyoning in Italien

Teilnehmer ein Canyoning Tour auf einer natürlichen Wasserrutsche und in einem Wasserbecken in der Schlucht Chalamy in Italien.
Die Schlucht Chalamy im italienischen Aostatal ist ein bekannter Canyoning Hotspot Italiens © Cham’Aventure

In Italien ist vor allem die Region rund um den Gardasee (Lago di Garda) ein beliebtes Canyoning Ausflugsziel für alle Erfahrungslevels. Bekannte Schluchten für das Canyoning in Italien befinden sich unter anderem an den Wildwasserflüssen Palvico, Rio Nero und Torrente San Michele. Die Canyoning Touren für diese Hotspots starten von Valle di Ledro, Pieve di Ledro oder Campione del Garda aus.

Auch das Aostatal (Valle d’Aosta) hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum für Canyoning in Italien entwickelt. Besonders der als mittelschwer eingestuften Canyon Chalamy, der meist von Verrès aus erreicht wird, hat hier dank seiner breiten Palette an moderaten Canyoning Herausforderungen an Berühmtheit erlangt.

Zudem werden die Klammen Gole del Sesia und Sorba entlang des Flusses Sesia, der an der Grenze der beiden Regionen Piemont und Lombardei gelegen ist, unter Canyoning Kennern als Hotspots gehandelt.

Canyoning in Spanien

Ein Teilnehmer seilt sich beim Canyoning in Spanien an einem Wasserfall ab.
In Spanien ist die Region Andalusien ein echtes Zentrum für den Outdoor Sport Canyoning © Karma Turismo Activo

Das trendige Urlaubsland Spanien hat auch für Outdoor-Sportler einiges zu bieten. Die Canyoning Saison startet in dieser südlichen Region Europas aufgrund der frühen Schneeschmelze bereits im März. Die Insel Mallorca ist ein echter Canyoning Hotspot, auf dem sich das mediterrane Flair mit klaren Gebirgswasserbecken vereint und das Abenteuer nicht auf sich warten lässt. Beim Canyoning in Spanien erwarten einen spektakuläre Schluchten wie die Coanegra und Sa Fosca.

Das Canyoning hat auch in der südlichen Region Andalusien Einzug gehalten. Aber auch in der Umgebung des nördlich gelegenen Naturparks Sierra y Cañones de Guara ermöglichen die beiden Flüsse Río Vero und Río Alcandre ein unvergessliches Canyoning Abenteuer.

Canyoning in Slowenien und Kroatien

Am Wildfluss Sušec im Soča Tal seilt sich eine Canyoning Tour Teilnehmerin an einem Wasserfall ab.
In den Schluchten am Sušec im slowenischen Soča Tal warten Abseilhöhen von bis zu 12 m © Soca Rafting

Der slowenische Nationalpark Triglav ist der Dreh- und Angelpunkt für das Canyoning in Slowenien: Der Fluss Soča entspringt am Fuße des Berges Travnik in den Julischen Alpen und bietet entlang seiner Wasserläufe, wie z. B. dem Sušec, zahlreiche Schluchten.

Der actionreiche Fluss Cetina in der Region Dalmatien ist ein wahrer Hotspot für das Canyoning in Kroatien. Das Outdoor Abenteuer startet meist in der Küstenstadt Omiš, von wo aus es in der Gruppe zum Eingang in die leicht bis mittelschwer eingestufte Cetina Schlucht geht.

Canyoning in Nordeuropa

Für alle, die es im Urlaub in den Norden Europas zieht, sind schottische Ortschaften wie Fort William oder das Tal Valldal(en) in Norwegen perfekte Ausgangspunkte für Canyoning Touren. Inmitten der giftgrünen Landschaft Schottlands befinden sich viele unterschiedlich schwere Schluchten: Inchree Canyon, Nathrach Canyon, Grey Mares Tail, Ben Nevis Gorge sowie Dundonnell Canyon. Das im Westen Norwegens gelegene Valldal(en) ist besonders für abenteuerliche Sprünge in türkises Wildwasser bekannt.

Wie läuft eine Canyoning Tour ab?

Eine Gruppe während einer Canyoning Tour vor einem Wasserfall.
Canyoning ist eine Gruppen-Sportart an der frischen Luft

Canyoning Touren werden sowohl vormittags als auch nachmittags angeboten und dauern meist mehrere Stunden bis zu einem ganzen Tag (ca. 8 Stunden). Die Dauer der Canyoning Touren richtet sich vor allem nach der Größe und dem Schwierigkeitsgrad der Schlucht sowie dem Erfahrungslevel der Teilnehmer. Zu Beginn des Canyoning Ausflugs trifft man sich in der Regel beim Basecamp des jeweiligen Anbieters. Zu diesem reist man als Teilnehmer einer Canyoning Tour individuell an. Die Basecamps der Anbieter befinden sich üblicherweise nicht direkt an der zu durchwandernden Schlucht, sondern in dessen Nähe.

Am Standort des Anbieters angelangt lernt man seine Gruppe sowie den Canyoning Guide kennen und erhält das in der Tour inkludierte Equipment. Anschließend wird in die neue Outdoor-Sportart eingeschult. Hierbei wird besonderen Wert auf die Sicherheitshinweise und die Kletter- sowie Abseiltechnik gelegt.

Im Anschluss wird man meist vom Anbieter zur Schlucht bzw. Klamm gefahren. Von dort aus kann man entweder direkt in die Schlucht einsteigen oder gelangt nach einer kurzen Wanderung durch die unberührte Natur zum Einstieg in die Schlucht. Der Transfer zum Canyon ist wie auch die Ausrüstung in der Regel im Preis der Canyoning Tour inkludiert.

Während der Canyoning Tour wird ein Abschnitt einer Schlucht oder Klamm durchwandert. Hierbei führt der geprüfte Schluchtenführer die Gruppe durch das Wildwasser und die Schlucht. Es wird über Felsen geklettert, im Wildbach geschwommen, sich abgeseilt und in Wasserbecken gesprungen. Bei Abseilstellen ist es – insbesondere bei Einsteiger-Gruppen – der Canyoning Guide, der das professionelle Abseilen und Sichern der Teilnehmer übernimmt.

Am Ende der Canyoning Tour steigt man wieder aus der Schlucht oder Klamm und kehrt von dort für gewöhnlich wieder zum Standort des Anbieters zurück. Dort angelangt, wird die Ausrüstung zurückgegeben. In manchen Basecamps sind auch Spinds und Duschvorrichtungen oder sogar kleine Lounge Ecken oder Bars vorhanden, in denen man das Outdoor-Abenteuer gemeinsam mit den Freunden ausklingen lassen kann. Einige Anbieter veranstalten nach der Canyoning Tour sogar BBQs oder erfrischende Umtrünke.

Ausrüstung: Was braucht man beim Canyoning?

Ein Mann mit seiner Canyoning Ausrüstung in einer Schlucht.
Beim Canyoning trägt man einen Neoprenanzug und eine Kletterausrüstung

Für eine Canyoning Tour wird folgende Sport-Ausrüstung benötigt:

    • Badeanzug
    • Neoprenanzug
    • Knöchelhohe Sport-, Wander- oder Trekkingschuhe mit rutschfester Sohle
    • Helm
    • Kletterausrüstung: Klettergurt, Karabiner, Seil

Bis auf ein Badehandtuch, Duschsachen, Badebekleidung und Sportschuhe, wobei keine besonderen Canyoning Schuhe erforderlich sind, wird die restliche Ausrüstung normalerweise vom Canyoning Anbieter zur Verfügung gestellt. Die Badebekleidung wird dann unter dem geborgten Neoprenanzug getragen. Darüber wird in manchen Fällen (abhängig von der Canyoning Tour und vom Anbieter) eine Schwimmweste getragen. Die Sportausrüstung ist im Preis der Canyoning Tour inbegriffen und wird regelmäßig gewartet, wodurch ein sorgenfreies Canyoning-Abenteuer ermöglicht wird.

Zusätzlich zur standardmäßigen Ausrüstung kann man bei einer Canyoning Tour auch einen wasserfesten Canyoning Rucksack mit sich führen, in dem man Proviant für die Tour sowie andere Wertgegenstände wie Handys, Autoschlüssel etc. transportiert. Dieses zusätzliche Equipment bietet sich vor allem bei Ganztagestouren an. Bei besonders tiefen und dunklen Schluchten werden zudem Stirnlampen getragen. Erfahrene Canyoning Sportler besitzen darüber hinaus wärmende Neoprensocken und Canyoning Handschuhe zum Schutz an schroffen Steilwänden.

Sicherheit: Was ist beim Canyoning zu beachten?

Ein Mann seilt sich mit Sicherung an einer Felswand ab.
Beim Canyoning seilt man sich mit Sicherung ab

Canyoning ist eine Alpin- und Wassersportart, die wie jede andere Outdoor-Aktivität Risiken birgt. In geführten Canyoning Touren steht Sicherheit allerdings an erster Stelle. Deswegen wird von allen Anbietern zu Beginn der Tour eine ausführliche Einweisung in die zu beachtenden Sicherheitsvorschriften und Alpin-Techniken gegeben. Diese wird von einem staatlich geprüften bzw. zertifizierten Guide, der während der Tour ein Erste-Hilfe-Set sowie ein Handy in einem wasserfesten Rucksack bei sich trägt, durchgeführt. Im Rahmen der Einschulung werden die Verhaltensregeln in der Schlucht, die Wasserverhältnisse sowie Kletter- und Abseilregeln erklärt und verschiedene Szenarien und ihre bestmögliche Gefahrenbewältigung besprochen. So weiß jeder Teilnehmer, wie er sich während der Canyoning Tour in der Klamm und im Falle einer Gefahr zu verhalten hat.

Die vom Anbieter gestellte Canyoning Ausrüstung beinhaltet regelmäßig gewartete Schutzkleidung wie Helme, Neoprenanzüge und Kletterausrüstungen. Helme und Neoprenanzüge schützen Kopf und Körper vor Abschürfungen oder im Falle eines Aufpralls. Zudem hält der Neoprenanzug im kalten Fließgewässer warm. Die Kletterausrüstung inklusive Gurt, Seil und Karabiner sorgt für Sicherheit beim Klettern und Abseilen an Felswänden. So ist der ganze Körper bestmöglich geschützt und einem risikoarmen Natur-Abenteuer in den beliebtesten Canyoning Hotspots in ganz Europa steht nichts mehr im Wege.

Canyoning Anbieter beobachten das Wettergeschehen bereits Tage vor der eigentlichen Tour und beurteilen die unmittelbaren Wetterverhältnisse vor jeder Schluchtenwanderung aufs Neue, um sicher zu sein, dass keine unvorhergesehenen Wetterumschwünge und damit verbundene Änderungen des Wasserstandes Gefahren bergen. Zudem befinden sich in zahlreichen Canyons Notausstiege, die im Falle eines plötzlichen Unwetters genutzt werden können.

 

Fedora von CheckYeti

Sobald die Tage heißer werden geht es für mich ab in den nächsten Canyon oder zum Wildbach, um mit Freunden ein actionreiches und erfrischendes Abenteuer zu erleben!